Forschungsschwerpunkte

Das Institut für Rechtsinformatik bearbeitet die durch die rasante technologische Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie aufgeworfenen Rechtsfragen in ihrer gesamten Breite und Tiefe. Die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls liegen dabei in den Bereichen

  • Geistiges Eigentum,
  • Informationstechnologierecht,
  • Internationales Privatrecht,
  • Europäisches Privatrecht


Geistiges Eigentum

Das Urheberrecht befindet sich gegenwärtig in einem tiefgreifenden Wandelungsprozess. Erstens muss das Recht auf die technischen Herausforderungen reagieren, welche mit der Digitalisierung von Inhalten und modernen Netzwerktechnologie einhergehen. Diese stellen nicht nur die hergebrachten Vertriebs- und Geschäftsmodelle der Kultur- und Medienindustrien Frage, sondern verändern auch das Nutzerverhalten und die Bedingungen des Werkschaffens. Zweitens verlagert sich der Prozess der Rechtssetzung zunehmend von der nationalen auf die europäische und internationale Ebene. Drittens verschaffen sich heute auch die Nutzer schutzfähiger Inhalte stärkeres Gehör bei den politischen Entscheidungsträgern, verstärkt durch das Auftreten neuer Akteure zur Wahrnehmung von Nutzerinteressen (Parteien, NGOs, Projekte). Dies hat die legislative Rechtssetzung seit der Mitte der 2000er Jahre weitgehend zum Erliegen gebracht und die Rechtsprechung, insbesondere des Europäischen Gerichtshofs stärker in den Fokus des Interesses gerückt. Der Lehrstuhl bearbeitet zudem Fragestellungen aus dem gewerblichen Rechtsschutz, insbesondere dem Patent- und Sortenschutzrecht.


Informationstechnologierecht

Das Informationstechnologierecht befasst sich als Querschnittsmaterie mit den verschiedenen rechtlichen Fragestellungen, die durch die technische Entwicklung in der Informations- und Kommunikationstechnologie aufgeworfen werden. Besondere Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls liegen hierbei im Bereich alternativer Entwicklungs- und Vertriebsmodelle (Open Source etc.) sowie den vertrags- und haftungsrechtlichen Fragen.

 

Internationales Privatrecht

Die Frage nach der gerichtlichen Zuständigkeit sowie dem anwendbaren Recht in immaterialgüterrechtlichen Streitigkeiten steht seit einigen Jahren im Mittelpunkt einer internationalen Fachdiskussion. Durch das Aufkommen und die verstärkte Nutzung grenzüberschreitender Medienangebote und insbesondere das Internet hat sich die Relevanz der Thematik erheblich verstärkt und wird künftig weiter zunehmen. Gegenwärtig wird auf unterschiedlichen Ebenen an einer Regulierung des internationalen Immaterialgüterrechts gearbeitet. Der Lehrstuhl beteiligt sich aktiv an der internationalen Debatte.


Europäisches Privatrecht

Das Privatrecht in Europa entwickelt sich gegenwärtig entlang verschiedener Linien zum einem europäischen Privatrecht. An erster Stelle ist die ständig wachsende Zahl von Richtlinie und Verordnungen der europäischen Gemeinschaft im Bereich des Privatrechts sowie die flankierende Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zu nennen, welche mittlerweile einen beachtlichen acquis communautaire im Bereich des Privatrechts geschaffen haben. Daneben arbeiten zahlreiche Gruppen und Kommission von Wissenschaftlern europaweit an zumeist rechtsvergleichend ermittelten Prinzipien des Privatrechts, welche die weitere europäische und nationale Rechtsentwicklung beeinflussen sollen. Dies alles geschieht vor dem gemeinsamen historischen Hintergrund des ius commune. Ob am Ende dieser Entwicklung ein europäisches Zivilgesetzbuch stehen wird, ist gegenwärtig noch ungewiss. Ein besonderer Interessenschwerpunkt des Lehrstuhls liegt in den Methoden der Rechtsangleichung in Europa.

Prof. Dr. Axel Metzger, LL.M.

Institut für Rechtsinformatik
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Königsworther Platz 1
30167 Hannover

Raum Nr.: II/826
Telefon: +49-511/762-8160
Geschäftszimmer: +49-511/762-8161

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E-Mail: metzger@iri.uni-hannover.de

 

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Weitere Bereiche

Aktuelle Publikationen

  • Rechtsschutz von Pflanzenzüchtungen, Tübingen 2014, 196 + VIII S.

  • Seller liability for defects in title according to Art. 41, 42 CISG, in Schwenzer/Atamer/Butler (eds.), Current Issues in CISG and Arbitration, The Hague 2014, 195-215
  • Internationalisation of FOSS Contributory Copyright Assignments and Licenses: Jurisdiction-Specific or “Unported”?, SCRIPTed 2013, 177-206 [Download]
  • Standard Form Contracts as Private Law Regimes: Comments on Dan Wielsch, in Eidenmüller (Hrsg.), Regulatory Competition in Contract Law and Dispute Resolution, München 2013, 112-115.
  • Kommentierung von § 4 Nr. 11 UWG (Rechtsbruch) in Teplitzky/Peifer/Leistner (Hrsg.), Großkommentar UWG, Neuauflage, 2013, S. 690-772.
  • Zulässigkeit und Bindungswirkung von Ghostwriter-Abreden, in Dreier/Ohly (Hrsg.), Plagiate, geistiges Eigentum und Wissenschaftsethik, Tübingen 2013, 99-116.
  • Zehn Jahre reformiertes Urhebervertragsrecht: Warum das Vertragsrecht ungeeignet ist, die soziale Frage der Urheber zu lösen, in Eva Inés Obergfell (Hrsg.), Zehn Jahre reformiertes Urhebervertragsrecht, Verlag De Gruyter, 2013. [Download]
  • JIPITEC - Journal of Intellectual Property, Information Technology and E-Commerce Lawhttp://www.jipitec.eu, (Gründungsherausgeber seit 2010).